weird wire works – be someone else – legyél valaki más

Installation, Malerei, Fotografie und Video-Präsentation

von Harald Kraxner, Yvonne Nickl und Alexandra Zsolnai

 

Vernissage: Di. 02.02.2016 um 19h

Begrüßung und Einführung ins Werk: Kerstin Eberhard

Ausstellungsdauer: 03.-26.02.2016, Download Einladungskarte

 

Galerie Blaues Atelier, Annenstraße 33, 8020 Graz, Öffnungszeiten: Di, Mi, Do, Fr 15-18 u. n. t. V.

Kontakt Kerstin Eberhard: 0650 8171610 und florinda@florinda.at

www.galerie-blaues-atelier.at


Zur Ausstellung:

Drei Künstlerpersönlichkeiten, Absolventen der Meisterklassen Bildhauerei und Malerei der Grazer Ortweinschule, loten in ihrer ersten gemeinsamen Ausstellung in der Galerie Blaues Atelier die Eigen- und Besonderheiten vom Leben in einer maskierten Gesellschaft aus. Die künstlerische Kleingruppe umkreist Fragen um Identität, Schein und Sein sowie Selbst- und Fremdbeobachtung. Das lose Trio ist Mitglied der offenen Grazer Künstlergemeinschaft „Atelier X Galerie“ in der Ägydigasse.

„Als die Show vorüber war blickte sie hinter den Vorhang und sah, dass die Künstler beschädigt und nicht mit ihrem Leben zufrieden waren. … Die Clowns: Sie wirken zwar glücklich, sind aber Alkoholiker.“ (Zitat: Alexandra Zsolnai)

Alexandra Zsolnai (geboren in Szombathely, lebt und arbeitet in Graz), zieht eine Parallele zwischen dem Zirkusleben der 20er – 50er Jahre und dem enttäuschenden „selfie life“ der Gegenwart. Sie entwickelte eine Kurzgeschichte, anhand derer eine Fotoserie und Malereien zum Thema `Maskierung – die Identität hinter der Fassade´ entstanden.

„Es wird gespielt, getanzt, geliebt, getrauert, Unfug getrieben, einander geholfen, miteinander gekämpft, geschuftet, gefaulenzt und und und … Es scheint als entwickeln diese Wesen ein Eigenleben, bevölkern und okkupieren die Häuser und Wohnungen der Menschen. In dieser Arbeit stehen die Absurditäten und das sich Bewegen (der Gesellschaft) in einem Hamsterrad im Mittelpunkt.“ (Zitat: Harald Kraxner)

Harald Kraxner (geboren in Judenburg, lebt und arbeitet in Graz) ist einer, der seit Monaten damit befasst ist, tausend kleine Figuren aus Kupferdraht zu biegen und diese situativ zueinander in Beziehung zu setzen, um in einer Installation eine Studie eines großen Repertoires von Verhaltensweisen entstehen zu lassen. Es ist die Umsetzung einer größtmöglichen Summe eines `jemand anderes sein´. Seine Figuren verströmen sich umherwandernd in einem zeitlosen Raum, doch wie in der Realität weiß man nicht, an welches neue Ufer sie ihr Weg letztlich führen wird. Die Gesellschaft funktioniert, auch wenn wir teilweise einer Fremdbestimmung unterliegen.

„Alle Menschen tragen Masken. Durch die Umstände wie und wo wir geboren wurden, sind wir zu dem geworden, wer wir sind. Wir stehen immer wieder vor dem Versuch herauszufinden, wer wir denn eigentlich wirklich sind oder wer wir sein wollen oder wer wir sein könnten“. (Zitat: Yvonne Nickl)

Yvonne Nickl (geboren in Wien, lebt und arbeitet in Graz), mit einem Videofilm die maskierte Eigen-Existenz mittels eines Verdoppelungseffekts ergründend, fragt, wer das `du im ich und wer das ich im du´ sein könnte. Der Film zeigt in verschiedenen Variationen einer gespiegelten Selbstbetrachtung, in der sich das geschminkte (also das maskierte) Ich selbst anblickt, sich aufzulösen versucht, um sich dann in einer neuen Form zu konfigurieren, die Umsetzung der kleinstmöglichen Summe eines `jemand anderes sein´. Eine filmisch umgesetzte extreme Schwankung zwischen den beiden Möglichkeiten `ich bin nichts und ich bin alles´.

 

Text: Kerstin Eberhard, Graz 2016

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